… ist irgendwie nicht Indonesien… Ein Freund von mir schrieb dazu: „Willkommen in Jakarta. Man muss einfach die Augen und Verstand zumachen, damit man in Jakarta das Leben erleben kann.“ Seitdem kann ich das auch mehr geniessen, obwohl ich mich manchmal frage, ob ich nicht lieber „Herz und Hirn“ ausschalten sollte…
naja, noch ein Tag, morgen mittag geht mein Flieger… – Deutschland ruft!
3 Kommentare
Dienstag, 27 März 2007 um 9:27
Hallo Serena!
Super vielen lieben Dank für deinen Brief! Ich habe ihn eben aus dem Briefkasten gezogen und mich riesig gefreut!
Bin unwahrscheinlich gespannt auf deine Berichte von Angesicht zu Angesicht, auch wenn ich mir manches schon vorstellen kann, von dem was du hier geschrieben hast. Aber es ist doch live nochmal was anderes.
Mir geht es ganz gut und bin gerade in den letzten Zügen meiner Hausarbeit, um das letzte Semester noch abschließen zu können, bevor das Neue beginnt. Außerdem steht die Karwoche und Ostern vor der Tür und das wollte ich eigentlich nicht mit einem schlechten Gewissen wegen einer einfachen Hausarbeit feiern….
Freu mich wahnsinnig auf ein Wiedersehen und wenn du nicht in den sonnigen Süden kommst, dann muss ich eben mal wieder zu dir fahren
Von hier gibt es sicher auch Vieles zu berichten, was die letzten 5 Monate so alles war, aber ich gehe davon aus, dass wir bald voneinander hören (und sehen?) werden und dann gibt es sicher, wie du vermutet hast, ein stundenlanges Quatschen, auf das ich mich schon jetzt riesig freu!
Komm gut nach Hause, genieß die letzten Stunden im Land am andern Ende der Welt und lass dir Zeit beim Ankommen in Deutschland!
Freu mich auf dich und unser Wiedersehen!
Ganz liebe Grüße
Veronika
Dienstag, 27 März 2007 um 19:33
Hallo Serena…
Jakarta ist gar nicht so schlimm, auch wenn ich mich damals bei dir über diese Stadt beschwerd habe.
Deshalb hier ein paar Tips was ihr euch ansehen könntet:
Lohnenswert ist definitiv das Monument Nasional. Ich war zwei mal dort und stets wehte ein kühler Wind, was bei indonesischen Verhältnissen ja ganz angenehm sein kann. Die Aussicht von da oben ist phänomenal (falls mal kein Smok die Aussicht behindert).
Besichtigungswert, auf grund der Architektur, ist auch das ehemalige koloniale Viertel. Das Museum zur Stadtgeschichte hingegen nur in Teilen. Interessant ist die Art der Selbstinszenierung der Kolonialherren, auf die man dort stösst, über diese kann man wohl auf das Selbstverständnis dieser ableiten. Leider wird in diesem Museum zu unkritisch und nur implizit die Phase des Kolonialismus behandelt.
Auch die „Malls“ Blok M und Blok A können spannend sein. Diese darf man sich nicht vorstellen wie das Sun Plaza in Medan, sondern eher als riesige überdachte Märkte. Dort bin ich stets auf nette Menschen gestossen (vor allem Jugendliche, junge Erwachsene) und habe recht viel mit gesprächen verbracht.
Falls ihr in der Touri-Ecke (Jalan Jaksa) wohnt, kann ich euch empfehlen in den Dämmerstunden zur nächsten großen Parallelstrasse zu laufen (5 min.). Gegen Abend befindet sich dort das Schlaraffenland. Hier dürftet ihr die großartigsten Warungs der Stadt finden.
Ach ja, falls ihr beim Transport Geld sparen wollt, oder keinen Bock aufs Taxi habt, kann ich den Bus Transjakarta empfehlen. Das sind rote Schnellbusse, mit denen ihr weite Ecken Jakartas erreichen dürftet.
Zum Flughafen gelangt ihr am preiswertesten und sehr zuverlässig mit dem Damri Bus. Die Fahrt kostet glaube ich 15 000 oder 20 000 Rupiah. Eine Haltestelle befindet sich am Gambir Banhof (direkt neben dem MoNas). Die Busse fahren, glaube ich, einmal pro Stunde.
…Hm, aber gerade fällt mir auf, dass du ja fasst schon im Flugzeug sitzen dürftest…
Guten Flug!!!
Matthias
Mittwoch, 28 März 2007 um 20:12
hallo matthias,
ich wuerde mal sagen, ganz, ganz liebe gruesse vom flughafen abu dhabis, der hauptstadt der vereinigten arabischen emirate. nachdem das mit gulf air – wie ueblich – mal wieder nicht so ganz wie geplant hinhauen wollte, sind wir jetzt mit zwei mal umsteigen (in abu dhabi und bahrain) unterwegs… um dann morgen frueh in frankfurt anzukommen und mich dann mittags auf muenster zu freuen… deshalb geniesse ich hier jetzt einfach mal die ungewohnt schnelle internetverbindung (ist so die langsame vorbereitung auf deutschland – inzwischen verstehen mich die menschen nicht mehr, wenn ich indonesisch spreche… im flugzeug werde ich nur komisch angesehen, wenn ich aus versehen meinen kaffee in eben dieser sprache bestelle, hier sind ganz, ganz viele deutsche, die klimaanlage so kalt eingestellt, dass ich mich trotz pulli schon mal aufs frieren in deutschland einstellen kann… naja und das internet – hab seit 6 monaten davon getraeumt…
naja, aber was ich eigentlich sagen wollte… auch wenn ich anfangs mit jakarta ueberhaupt nicht klarkam und bis zum ende ein unheimliches problem mit den arm reich gegensaetzen hatte, die sich hier einfach noch viel deutlicher zeigen… und ich auch mit dem umgang vieler menschen mit diesen unterschieden nicht klarkomme und fuer mich bei allem was ich in jakarta erlabt habe, bei allem luxus, den ich (gezwungener massen) genossen habe immer ein schlechtes gewissen hatte, weil ich im hinterkopf hatte, wie ich die letzten vier monate gelebt habe, wie meine freunde leben und wahrscheinlich ihr leben lang leben werden… und das hat mich dann ab und an einfach ganz schwer beschaeftigt…
aber irgendwann hab ich dann auch angefangen die seiten an jakarta zu entdecken, die ich schoen finde, an denen ich mich wohl fuehle…
- wenn ich im ehemaligen Kolonialviertel am Hafen „sunda kelapa“ entlangspaziere, mich mit den leuten auf den schiffen unterhalte, mich sogar irgendwann ueber den schmalen holzsteg auf eines der schiffe wage, wenn ich dort einfach super schnell mit den menschen ins gespraech komme, wenn ich mit einem 70jaehrigen Mann aus Sulawesi, der in dem Alter noch Arbeiten muss, weil die Pension nicht reicht, mit seinem kleinen Paddelboot durch den Hafen fahre und von seinem Leben, seiner Familie erfahre… auch wenn mich seine Situation und der Zustand des gesamten Viertels doch emotional ziemlich mitgenommen hat… – erst recht im Gegensatz zu meiner Wohnsituation in Jakarta (hab da naemlich nicht im Touriviertel, sondern bei ner Freundin gewohnt… und naja, das muesst ihr euch jetzt selber ausmalen)
- wenn ich mit einem alten Segelboot von Ancol aus Richtung Tausend Inseln segle (die wir aufgrund des sich anbahnenden Regens aber nie erreichen sollten… der Regen selber hat uns uebrigens auch nie erreicht), mich mit den vier Besatzungsmitgliedern unterhalten kann und ich das einfach geniesse, zumindest bis ich seekrank werde…
- wenn ich auch in diesem Viertel ueber den traditionellen Markt schlendern kann…
- aber gegen den Markt an Blok M kommt wirklich nichts ran!!!
- und was ich noch empfehlen kann, ist Taman Mini… da haette ich mir wahrlich jedes schlechte Museum in Bukittinggi (obwohl mich das ja ehlich gesagt noch ziemlich beeindruckt hat) oder Medan sparen koennen… dort steht das „rumah adat“ fuer jede der regionen indonesiens… und innen ist meistens noch ein museum… super gemacht… nur war da dann leider die zeit zu kurz…
kurz und gut, bevor mein flieger gleich geht… ich hab dann auch noch die ein oder andere schoene stelle in jakarta entdeckt… und zum hafen und taman mini muss ich auf jeden fall mal wieder zurueckkehren…
aber jetzt erst mal auf nach deutschland…
liebe gruesse… ich freu mich auf das wiedersehen!!!
serena
ps: und was die oeffentlichen verkehrsmittel angeht, bin ich da inzwischen schon ein grosser fan von… und hab die deshalb in jakarta auch alle reichlich getestet…